Schriftzug Stadt Nassau

Das Rathaus

Das Rathaus am Marktplatz gegenüber dem Steinschen Schloss ist das schönste und größte Fachwerkgebäude der Stadt. Es wurde 1607/1609 unter Junker Adam vom Stein erbaut, einem Vertreter der jüngeren Stein'schen Linie. 1701 starb die Linie im Mannesstamm aus, weshalb der imposante Fachwerkbau in den Besitz eines Verwandten, Christoph Albrecht von Adolzheim, fiel. Aus „Adolzheim“ wurde dann „Adelsheim“, und so ist der Name „Adelsheimer Hof“ heute noch gebräuchlich.

Im Laufe der Jahrzehnte ging das Gebäude an die Stadt Nassau, die hier von 1872 bis 1911 eine Realschule unterbrachte. Als 1911 die Real- und Volksschule in eine neugebaute Stadtschule umzog, beschloss der Rat, den „Adelsheimer Hof“ in Zukunft als Rathaus zu nutzen.

Die reichen Schnitzereien an den Eckpfeilern der Erker, am südlichen Anbau und am Osteingang entstammen der Erbauungszeit und gehören zu den wertvollsten in Rheinland-Pfalz.

Seit Gründung der Verbandsgemeinde Nassau (1972) ist das Nassauer Rathaus Verwaltungssitz.


Die evangelische Kirche

Die aus dem 11. Jahrhundert stammende Johanniskirche ist Johannes dem Täufer gewidmet. Sie wurde bis auf den Turm – ein Zeugnis rheinischer Spätromanik – im Krieg fast vollständig zerstört. Erhalten blieben eine der ältesten Glocken in der Region aus dem Jahr 1480, der frühgotische achteckige Taufstein sowie zahlreiche Grabplatten des 15./17. Jahrhunderts, unter anderem von der Familie des Freiherrn vom Stein. Die wieder errichtete Kirche besitzt Fenster des Diezer Künstlers Rudolf Fuchs sowie des Kunstmalers Heinz Hindorf aus den Jahren 1950/1960.


Bronzeskulpturen

Unterwegs in Nassau begegnen Ihnen individuell gestaltete Bronzefiguren, aufgelegt in der Bildhauerwerkstatt Gerz in Nomborn (Westerwald) und gespendet von Nassaus Ehrenbürger Günter Leifheit.

Modelle des Bildhauers Helmut Bourger (1929-1989)

  • Marktplatz: Bronzegruppe „Lautenspieler“ und „Lauscher“ auf Natursteinen (1986)
  • Kulturhaus: Bronze „Lautenspieler“ auf Steinsockel (1986)
  • Ev. Johanniskirche: Bronze „Schalmeispieler“ auf Steinsockel (1986)
  • Treppe zur Stadthalle: Bronze „Flötenspieler“ auf Steinplatte (1974)
  • Lahnanlagen: Bronzen „Spielergruppe: Lautenspieler, Singender Flötenspieler, Violinenspieler, Flötenspielerin, Violinenspielerin“ (1986, 1987 und 1989), aufgebaut auf Basaltsäulen, Bronze „Mutter und Kind“ auf Steinplatte (1987)

Weitere Bronzearbeiten

  • Vor dem Nassauer Rathaus: Bronze „Der Denker“ auf Granitsäule (nach dem Original des Bildhauers Auguste Rodin von 1860). Der Denker ist eine Schlüsselfigur in Rodins Werk und verkörpert das Nachdenken des Menschen über sein Schicksal, des Schöpfers über sein Werk.
  • Gedenkstätte Eimelsturm: Bronzetafel zur Erinnerung an die Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege, Entwurf P. Gerz.